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Überstunden
Zulässigkeit
Betrieblicher Ablauf Freizeitausgleich |
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Wenn der betriebliche Ablauf es erfordert, darf der
Arbeitgeber aufgrund seiner Weisungsbefugnis Überstunden anordnen und dem muss sich der
Arbeitnehmer fügen, wenn die Ableistung der Überstunden für ihn nicht unzumutbar ist.
Im Übrigen gilt das Arbeitszeitgesetz. Im Arbeitszeitgesetz
ist festgeschrieben, wie viele Überstunden zulässig sind. Grundsätzlich beträgt die
werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden. Sie kann auf 10 Stunden pro Tag bzw. auf 60
Wochenstunden erhöht werden, denn auch der Samstag gilt als Werktag. Aufgrund seines
Direktionsrechts kann der Arbeitgeber Überstunden anordnen, wenn die Auftragslage das
erfordert. Überstunden dürfen jedoch nicht zum Regelfall werden. Wenn ein Arbeitgeber
mehr als 10 Stunden Arbeit täglich von seinen Beschäftigten verlangt, wäre das nur
rechtmäßig, wenn ein geltender Tarifvertrag das erlaubt.
Von diesen Fällen abgesehen können Überstunden verweigert
werden, wenn sie nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt
sind. |
Beweislast
bei Überstunden - Entscheidung des BAG
Arbeitnehmer müssen bei der Geltendmachung
einer Überstundenvergütung im Einzelnen darlegen, an welchen Tagen und zu welchen
Tageszeiten sie über die übliche Arbeitszeit hinaus gearbeitet haben. Dem Arbeitgeber
muss dann diesem Vortrag substantiiert entgegentreten. Erst danach kann das Gericht
feststellen, welche Tatsachen streitig sind. Sodann ist es Sache des Arbeitnehmers, im
Einzelnen Beweis für die geleisteten Überstunden zu erbringen (BAG 17.4.2002 - 5 AZR
644/00).
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Vgl.
LAG Mainz aktuell: Arbeitnehmer muss Überstunden detailliert aufschlüsseln
Ein Arbeitnehmer
kann die Bezahlung angeblicher Überstunden vor Gericht nur dann
erfolgreich einklagen, wenn er die zusätzliche Arbeitszeit
nachvollziehbar aufgelistet hat (Landesarbeitsgerichts (LAG)
Rheinland-Pfalz in Mainz - 6 Sa 799/04). Pauschale oder unklare
Aufzeichnungen gehen nach der Entscheidung, die der ständigen
Rechtsprechung entspricht, zu Lasten des Mitarbeiters, da er für die Überstunden
beweispflichtig ist. |
LAG Niedersachsen
(16
Sa 100/03 - 22.08.2003)
Der Arbeitnehmer, der die Vergütung von Überstunden
fordert, muss im Einzelnen darlegen, an welchen Tagen und zu welchen Tageszeiten er über
die übliche Arbeitszeit hinaus gearbeitet hat.
Der Arbeitgeber ist sodann verpflichtet,
im Rahmen der abgestuften Darlegungslast,
dem Vortrag des Arbeitnehmers substantiiert entgegenzutreten. Erst für diesen Fall kann
das Gericht feststellen, an welchen Tagen welche Stunden tatsächlich streitig sind.
Der Arbeitnehmer ist sodann beweispflichtig für die tatsächlich geleisteten Stunden
(Vgl. Urteile des Bundesarbeitsgerichts vom 25.11.1993 in NZA 1994, 837 sowie BAG, Urteil
vom 17.04.2002, Az. 5 AZR 644/00, in NZA 2002, 1340 bis 1344). Mit anderen
Worten: Die Darlegung der Überstunden ist keine ganz einfache Sache.
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| BAG
(AZ 4 AZR 445/93 - 04.05.94) zum Anspruch auf Überstundenvergütung 1. Ein
Anspruch auf Überstundenvergütung erfordert grundsätzlich die Darlegung, dass
Arbeitsstunden über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit geleistet worden sind, diese
angeordnet oder betriebsnotwendig waren und billigend entgegengenommen worden sind.
2. Zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer in Leitungsposition, dem keine festen
Arbeitszeiten vorgegeben sind, kann vereinbart werden, dass der Arbeitnehmer durch
entsprechende Gestaltung seines Arbeitsablaufes Überstunden
abfeiert. Eine derartige Vereinbarung ist nur dann zu beanstanden, wenn
ihr besondere Rechtsmängel anhaften.
3. Es besteht kein allgemeiner Rechtsgrundsatz, dass Überstunden stets zu vergüten sind,
wenn die Möglichkeit des Abfeierns
besteht.
So die Argumentation, die von der Revision nicht
beanstandet wurde: Das Landesarbeitsgericht hat ausgeführt, der Ersatzanspruch auf
Zahlung der Überstundenvergütung sei ausgeschlossen, weil es dem Kläger
vereinbarungsgemäß selbst oblegen habe, Freizeitausgleich zu nehmen.
Dieser Verpflichtung sei der Kläger nicht nachgekommen,
obwohl er nach dem Gesamtumfang seiner Arbeitsaufgaben nicht daran gehindert gewesen
sei....Zweifel gegen eine derartige Vertragsgestaltung bestehen nur dann, wenn der
Arbeitgeber eine finanzielle Abgeltung auch für diejenigen Fälle ausschließt, in denen
der Arbeitnehmer Freizeitausgleich nicht nehmen konnte aus Gründen, die in der Sphäre
des Arbeitgebers liegen. |
Wie werden Überstunden vergütet? Für Auszubildende gibt es gesetzliche Vorschriften, wie
Überstunden zu vergüten sind. Im Übrigen sind die Regelungen von Tarifverträgen,
Betriebsvereinbarungen und Arbeitsverträgen zu beachten. |
| Abfeiern
von Ansprüchen auf Überstundenvergütung durch Freistellung Ist im Arbeitsvertrag ausdrücklich vereinbart, dass alle
geleisteten Überstunden vergütet werden, kann der Arbeitgeber den
Anspruch des Arbeitnehmers nicht durch eine einseitig erklärte Freistellung von der
Arbeitspflicht erfüllen (Bundesarbeitsgericht - Urteil vom 18.09.2001 - 9 AZR 307/00).
Seit 1994 steht immerhin im neugeregelten Arbeitszeitgesetz der Freizeitausgleich aber vor der
Vergütung von Mehrarbeit.
Was ist, wenn das Arbeitsverhältnis gekündigt wird,
der Arbeitnehmer von der Arbeit freigestellt wird und der Chef das
"Abfeiern" der Überstünden anordnet?
Gemäß der Rechtsprechung des BAG (9 AZR 307/00 und
442/00) muss der Arbeitgeber die geleisteten Überstunden auch im Fall der
Freistellung bezahlen. Der Arbeitgeber kann nicht einseitig Freistellung
anordnen. Die einseitige Anordnung von Freizeitausgleich setzt nach
BAG nämlich eine entsprechende Vereinbarung von Arbeitnehmer und
Arbeitgeber voraus. |
| Der Arbeitgeber ist
verpflichtet, dem Arbeitnehmer auf Antrag für dienstplanmäßige Arbeit
an einem Wochenfeiertag Freizeitausgleich
an einem Werktag der laufenden oder der folgenden Woche zu gewähren, §
15 Abs. 6 Unterabsatz 3 BAT. Eine Handhabung, den Freizeitausgleich außerhalb
des vorgenannten Ausgleichszeitraums zu gewähren ist tarifwidrig.
Gewährung von Freizeitausgleich für
Sonntagsarbeit an Wochenfeiertagen.
Der Ausgleich dienstplanmäßiger Sonntags- und
Feiertagsarbeit ist in § 15 BAT geregelt. Wird Arbeitszeit, die nach dem
Dienstplan auf einen Sonntag fällt, nach § 15 Abs 6 UAbs 1 Satz 3 BAT
durch Freizeit an einem Wochenfeiertag ausgeglichen, steht dem
Angestellten gemäß § 15 Abs 6 UAbs 1 Satz 4 BAT für jede
auszugleichende Arbeitsstunde die Stundenvergütung (§ 35 Abs 3 UAbs 1
BAT) zu. Dieser Zahlungsanspruch setzt nicht voraus, dass für den
Angestellten an dem Wochenfeiertag, an dem der Ausgleich erfolgt,
dienstplanmäßige Arbeitszeit vorgesehen war. |
| Pauschales
Monatsgehalt und leitende Angestellte Wer ohne Absprache mit dem Arbeitgeber Überstunden ableistet, hat keinen
Anspruch - weder auf Bezahlung noch auf Freizeitausgleich. Hier ist aber auch an
konkludente Abreden zu denken.
Überstunden müssen nicht vergütet werden, wenn im
Arbeitsvertrag ein pauschales Monatsgehalt festgelegt wurde. Der Vertrag muss dann aber
etwa eine Regelung mit folgendem Inhalt enthalten: Überstunden sind mit
abgegolten.
Vor allem leitende Angestellte haben oft einen Vertrag ohne
festgelegte Arbeitszeiten und machen unbezahlte Überstunden. Leitende
Angestellte des Betriebs sind auch ohne entsprechende arbeitsvertragliche
Regelung bei Bedarf zur Ableistung von Überstunden verpflichtet. Leitende
Angestellte im Sinne des KSchG sind nur Geschäftsführer, Betriebsleiter und ähnliche
Mitarbeiter, die berechtigt sind, selbständig Arbeitnehmer einzustellen oder zu
entlassen. Vgl. § 14 Abs. 2 KSchG.
Dieser Personenkreis nimmt also von vornherein eine
Sonderstellung ein, so dass der Arbeitgeber auch die Arbeitszeitgrenzen des
Arbeitszeitgesetzes nicht zu beachten brauchen. Sie haben aber einen Anspruch auf
Bezahlung von Überstunden, wenn sie tariflich oder nur geringfügig über Tarif bezahlt
werden.
So werden Überstunden aber regelmäßig als
mit dem Gehalt abgegolten zu werten sein. Etwas anderes kann dann einschlägig sein,
wenn vertraglich die Anzahl der Normalstunden eindeutig fixiert ist oder wenn dem
leitenden Angestellten zusätzliche Aufgaben außerhalb seines vertraglichen
Aufgabengebietes übertragen werden. |
| Annahmeverzugslohn Hat ein Arbeitgeber den Arbeitnehmer rechtswirksam von der Arbeitspflicht
befreit, etwa Urlaub erteilt oder Freizeitausgleich angeordnet, kommen für diesen
Zeitraum Ansprüche des Arbeitnehmers auf Annahmeverzugslohn
nicht in Betracht. Eine während der Freistellung erklärte (rechtsunwirksame) fristlose
Kündigung des Arbeitgebers lässt die Arbeitsbefreiung unberührt; das Arbeitsverhältnis
besteht unverändert fort (BAG - 9 AZR 26/00 -23.01.2001). |
| Geltendmachung von
Freizeitausgleich Ein
Betriebsratsmitglied leistete insgesamt 2800 Stunden Betriebsratstätigkeit, die nicht
durch Freizeitgewährung ausgeglichen wurden. Diesen Zeitaufwand zeigte er dem Arbeitgeber
als Mehrarbeit an und verlangte hierfür Mehrarbeitsvergütung. Er vertrat die Ansicht,
der Arbeitgeber müsse diese Betriebsratsarbeit als Mehrarbeit vergüten, weil ein
Freizeitausgleich wegen des weit über die individuelle Arbeitszeit hinausgehenden
Zeitaufwands unmöglich sei. Ein Vergütungsanspruch entsteht in diesen Fällen nur, wenn
die Arbeitsbefreiung aus betriebsbedingten Gründen nicht
möglich ist. Solange diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, ist das
Betriebsratsmitglied darauf angewiesen, seinen Ausgleich auf
Freizeitausgleich geltend zu machen. Dies setzt voraus, dass das
Betriebsratsmitglied vom Arbeitgeber Freizeitausgleich verlangt. Die bloße Anzeige der in
der Freizeit geleisteten Betriebsratstätigkeit genügt nicht.
Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 25. August 1999 7
AZR 713/97 |
| Exkurs
zur Gleitzeit Es ist
charakteristisch für die Gleitzeit, dass der Arbeitnehmer nicht an bestimmte
Arbeitszeiten gebunden sei. Wegen dieser Gleitzeitregelung entsteht durch das Fernbleiben
vom Arbeitsplatz während der Arztbesuche keine unvermeidliche Ausfallzeit. Es besteht
für den Arbeitnehmer ohne weiteres die Möglichkeit, die Arbeitsleistung noch am selben
Tag nachzuholen (LAG Hamm vom 18.03.2004, Az. 11 Sa 247/03).
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| Vereinbarung
über die Pauschalabgeltung
Zwar ist eine Vereinbarung über die Pauschalabgeltung
von Überstunden grundsätzlich zulässig. Eine solche Abrede findet -
soweit keine tarifvertraglichen Vorschriften eingreifen - lediglich in §
138 BGB ihre Grenze. Eine Pauschalabgeltung aller anfallenden Überstunden
ist dann nichtig, wenn es dadurch zu einem auffälligen Missverhältnis
zwischen Leistung und Gegenleistung kommt. Hierfür ist der Arbeitnehmer
im Prozess darlegungs- und beweispflichtig (vgl. LAG Schleswig - Holstein,
Urteil vom 05.11.2002, AZ: 5 Sa 147/02 ). |
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Wir
haben unter anderem arbeitsgerichtliche Prozesse vor den Arbeitsgerichten
bzw. Landesarbeitsgerichten in Köln, Bonn, Siegburg, Gummersbach,
Wuppertal, Düsseldorf, Frankfurt und Berlin sowie vor dem
Bundesarbeitsgericht betrieben.
Wir haben Kündigungsschutzklagen,
Klagen auf Lohn
und Gehalt,
Schadensersatz, Schmerzensgeld (vor
allem in Mobbing-Fällen),
Karenzentschädigungen,
ordnungsgemäße
Zeugniserteilung und gegen Abmahnungen
in sehr unterschiedlichen Fallgestaltungen vertreten. Insofern sollte Ihr
Vertrauen in unsere Tätigkeit nicht unbegründet sein.
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